Glossar
Temperatur
Die Temperatur ist eine Einstellung, die steuert, wie vorhersehbar oder experimentierfreudig eine KI formuliert. Niedrig: konsistente, sichere Antworten. Hoch: abwechslungsreiche, kreative Antworten, und etwas mehr Unsinn.
Im Hintergrund wählt ein LLM nie einfach „das nächste Wort“; es bewertet viele Kandidaten gleichzeitig. Die Temperatur entscheidet, wie es unter ihnen auswählt. Nahe null: immer die sicherste Wahl, sodass dieselbe Frage fast immer dieselbe Antwort liefert. Höher: auch ungewöhnliche Wörter bekommen eine echte Chance, Antworten werden vielfältiger und überraschender.
Stell dir zwei Köche vor. Niedrige Temperatur ist der Koch, der das Rezept grammgenau befolgt: ideal, wenn eine Rechnungszusammenfassung korrekt und reproduzierbar sein muss. Hohe Temperatur ist der Koch, der improvisiert: genau der Richtige für „gib mir zehn ausgefallene Namen für meine Eissorte“, aber der Falsche für die Steuererklärung.
In normalen Chat-Apps wie ChatGPT oder Claude kannst du die Temperatur nicht selbst einstellen; die Plattform wählt sinnvolle Werte für dich. Es ist ein Regler für Entwicklerinnen und Entwickler, die die API nutzen. Trotzdem lohnt es sich, den Begriff zu kennen: Er erklärt, warum derselbe Prompt jedes Mal etwas andere Antworten liefert, und warum „neu generieren“ eine völlig legitime Strategie ist.
Wo du das begegnest
Als Schieberegler (typischerweise von 0 bis 1 oder 2) in den API-Playgrounds von OpenAI, Anthropic, Google und Mistral, in den Einstellungen von KI-Apps sowie in der Entwicklerdokumentation überall.