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Datenschutz

Echter Name bei ChatGPT: Risiken, Einstellungen und das datenschutzfreundliche Setup

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Echter Name bei ChatGPT, ja oder nein? Die Frage beschäftigt viele. Dabei zielt sie am eigentlichen Problem vorbei. Der Kontoname ist nur ein Etikett. Worauf es wirklich ankommt, ist das, was du in die Chats tippst. Ein Klarname mit bedachten Unterhaltungen ist sicherer als ein Pseudonym, in dessen Chats du gedankenlos alles ausplauderst. Ehrlich gesagt: Für die allermeisten ist der echte Name völlig unproblematisch. Und wer trotzdem einen kleinen Fußabdruck will, meldet sich nicht anonym an, sondern stellt das Konto richtig ein. E-Mail-Alias, Training aus, Memory aus, keine persönlichen Angaben in den Einstellungen. Wie das geht, zeige ich dir gleich.

Der Kontoname ist nicht das eigentliche Risiko

Es liegt nahe, den Anmeldenamen für die entscheidende Datenschutzfrage zu halten. Ist er aber nicht. Dein Anzeigename ist ein Etikett. Dein Abrechnungsname (bei kostenpflichtigen Tarifen wie ChatGPT Plus, dessen aktuellen Monatspreis du im Tarif-Check findest) wird für die Zahlung gespeichert, genau wie bei jedem anderen Abo. Keines von beidem fließt ins Modelltraining oder bleibt in einem Chatverlauf hängen, den du zu löschen vergessen hast. Dort landet etwas anderes: der Inhalt deiner Nachrichten. Die personenbezogenen Daten, die du nebenbei einfügst, etwa deine Adresse im Entwurf für ein Beschwerdeschreiben, Kundendaten oder deine Krankengeschichte als Kontext für eine Frage. Ein scheinbar anonymes Konto wiegt dich in falscher Sicherheit, wenn jeder Chat vor identifizierenden Details strotzt. Bring zuerst die Chats in Ordnung. Der Name ist zweitrangig.

Übrigens gibt es in Deutschland gar keine allgemeine Klarnamenpflicht: § 19 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG) verpflichtet Anbieter sogar dazu, eine anonyme oder pseudonyme Nutzung zu ermöglichen, soweit das technisch zumutbar ist. Ein Spitzname als Anzeigename ist also nicht nur erlaubt, sondern vom Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehen.

Stell es dir wie einen Briefumschlag vor. Der Anzeigename ist die Absenderangabe vorne drauf: sichtbar, aber selten heikel. Der Brief im Inneren ist dein Gespräch, und dort steckt die eigentliche Information. Wer „Alex“ als Anzeigenamen führt, aber Krankengeschichte, Arbeitgeber und Wohnadresse in die Chats tippt, hat weit mehr verraten als jemand, der seinen echten Vornamen nutzt und die Inhalte allgemein hält. Die nützliche Frage lautet also nicht „echter Name oder Pseudonym?“, sondern: Was bin ich bereit, speichern zu lassen? Und wie halte ich den Rest draußen?

Wie das Konto lernt, wer du bist

Zwei Funktionen zeichnen leise ein Bild von dir, und beide hast du selbst in der Hand. Memory speichert, was du im Lauf der Gespräche erzählst, damit sich spätere Antworten vertraut anfühlen. Laut OpenAIs Memory-FAQ merkt sich das System etwa Namen, Vorlieben und wiederkehrende Themen über Sitzungen hinweg. Den gespeicherten Inhalt siehst du unter Einstellungen → Personalisierung; dort kannst du einzelne Einträge löschen oder Memory ganz abschalten. Die zweite Funktion sind benutzerdefinierte Anweisungen: dauerhafte Hinweise, die ChatGPT auf jeden neuen Chat anwendet. Praktisch. Schreibst du dort aber „Ich bin [vollständiger Name], [Berufsbezeichnung] bei [Firma] in [Stadt]“, hast du ein fertiges Profil abgeliefert. Für Ton und Format brauchst du das nicht: Du kannst benutzerdefinierte Anweisungen setzen, ohne je preiszugeben, wer du bist. (Die Menübezeichnungen ändern sich ab und zu. Halt dich an „Personalisierung“ und „Datenschutz“ statt an einen exakten Pfad.)

Für Nutzer in Deutschland kommt die DSGVO dazu. OpenAIs europäische Datenschutzerklärung nennt die Rechtsgrundlage der Verarbeitung und deine Rechte auf Auskunft, Berichtigung und Löschung. Stört dich etwas, musst du das nicht mit OpenAI allein ausfechten: Für ein privates Unternehmen wie OpenAI sind die Landesdatenschutzbehörden zuständig, je nach Bundesland etwa das LfDI Baden-Württemberg oder das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA). Sie stimmen sich in der Datenschutzkonferenz (DSK) ab. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) ist dagegen nur für Bundesbehörden sowie Telekommunikations- und Postdienste zuständig, nicht für OpenAI. Schon 2023 richteten die Landesbehörden einen Fragenkatalog an OpenAI, koordiniert über die DSK und federführend betreut vom LfDI Rheinland-Pfalz. Hinzu kommt der EU AI Act: Generative KI wie ChatGPT unterliegt Transparenzpflichten, die schrittweise in Kraft treten.

Das datenschutzfreundliche Setup, Schritt für Schritt

Vier Handgriffe halten deinen Fußabdruck klein, ohne dass du auf das Tool verzichten musst.

1. Mit E-Mail-Alias anmelden. Nimm eine Alias-Adresse, damit dein ChatGPT-Konto nicht an das Postfach hängt, das du für alles andere benutzt. Viele deutsche Anbieter machen das einfach: GMX und Web.de erlauben mehrere Adressen pro Postfach, und Dienste wie SimpleLogin (vom Schweizer Anbieter Proton) erzeugen Wegwerf-Aliase auf Knopfdruck. Dein Anzeigename darf ruhig ein Spitzname sein.

2. Modelltraining abschalten. Öffne Einstellungen → Datenschutz (im Englischen „Data Controls“) und deaktiviere „Zur Modellverbesserung beitragen“. Laut OpenAIs Data-Controls-FAQ bleiben neue Unterhaltungen damit vom Training ausgeschlossen, ein sauberes Opt-out, das fürs ganze Konto gilt.

3. Memory abschalten oder ausmisten. Unter Einstellungen → Personalisierung schaltest du Memory ab, damit ChatGPT kein laufendes Profil von dir anlegt. Oder du öffnest „Erinnerungen verwalten“ und löschst, was sich schon angesammelt hat.

4. Benutzerdefinierte Anweisungen identitätsfrei halten. Sag dem Modell, wie es antworten soll („fass dich kurz, schreib auf Deutsch, keine Aufzählungspunkte“), nicht, wer du bist.

Das kommt der Anonymisierung näher als echter Anonymität: Du gibst weniger preis, verschwindest aber nicht. Für wirklich sensible Themen lohnt sich ein fünfter Handgriff: der temporäre Chat. Er fließt nicht ins Training und bleibt nicht in deinem Verlauf.

Gleich von Anfang an richtig einrichten

Wer nicht jeden Menüpunkt selbst durchklicken mag, lässt sich von unserem Setup-Assistenten in ein paar Minuten genau durch diese Konfiguration führen: E-Mail-Alias, Training aus, Memory aus, identitätsfreie Anweisungen. So ist dein Konto vom ersten Tag an datenschutzfreundlich, nicht erst nach dem ersten Schreckmoment. Dein echter Name auf dem Konto ist eine Kleinigkeit. Ein bedachtes Setup und bedachte Chats sind das, was dich wirklich schützt.

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Häufige Fragen

Ist es gefährlich, bei ChatGPT den echten Namen anzugeben? +

Nicht wirklich. Dein Kontoname ist ein Label. Er wird ähnlich wie bei jedem anderen Online-Dienst gespeichert und nicht dazu verwendet, das Modell zu trainieren. Das größere Datenschutzrisiko liegt darin, was du in die Chats schreibst. Ein echter Name mit bedachten Chats ist sicherer als ein Pseudonym mit leichtfertigen Inhalten.

Kann ich mich bei ChatGPT ohne echten Namen anmelden? +

Ja. Du kannst einen Spitznamen oder ein Pseudonym als Anzeigenamen verwenden. Für das kostenlose Konto reicht eine E-Mail-Adresse; kostenpflichtige Tarife wie ChatGPT Plus (den aktuellen Monatspreis siehst du im [Tarif-Check](/de/tools/tarif-check/)) benötigen echte Abrechnungsdaten für die Zahlung. Innerhalb der Chats oder in den benutzerdefinierten Anweisungen musst du dich aber nicht identifizieren.

Erinnert sich ChatGPT über Chats hinweg an meinen Namen? +

Nur wenn du die Memory-Funktion aktiviert lässt oder deinen Namen in die benutzerdefinierten Anweisungen einträgst. Das Memory-Feature von OpenAI speichert Angaben, die du machst: Name, Vorlieben, wiederkehrende Themen. So fühlen sich spätere Antworten vertraut an. Du kannst den Inhalt unter Einstellungen → Personalisierung einsehen, einzelne Einträge löschen oder Memory ganz abschalten.

Was ist das datenschutzfreundlichste Setup für ChatGPT? +

Melde dich mit einem E-Mail-Alias an, deaktiviere das Modelltraining unter Einstellungen → Datenschutz, schalte Memory ab und verzichte in den benutzerdefinierten Anweisungen auf persönliche Angaben. Für sensible Themen nutze außerdem den temporären Chat. So hältst du deinen Fußabdruck klein, ohne auf das Tool zu verzichten.

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